Vorbereitung auf lange Autofahrten – Tipps Teil 2

Im ersten Teil dieser Serie ging es um die Routenplanung, ausreichende Pausen und die Vorbereitung des Autos auf die lange Fahrt. Auch ein paar Tipps zum Notfall-Kit waren dabei. Schaut mal, was ihr noch alles tun könnt, damit die Fahrt in den Urlaub möglichst reibungslos verläuft! Am Ende dieses Beitrags habe ich ein paar praktische Packlisten zusammengestellt.

Das Auto richtig beladen

Am besten packt man alles in Koffer und Taschen, lose Teile sollten sich niemals im Auto befinden. Wer Tipps zum Thema effizientes Packen benötigt, der kann sich in Reiseblogs oder in den Büchern von Marie Kondo informieren. Die großen Dinge kann man übrigens schon am Vorabend im Kofferraum verstauen, denn beim Einladen direkt vor Reiseantritt können schnell Stress und Frust – und damit auch Fehler beim Beladen – entstehen.

Verzichtet auf überflüssige Dinge und haltet das Gepäck möglichst leicht, denn jedes zusätzliche Kilo kostet Sprit. Außerdem braucht man ja noch Platz für all die Souvenirs, die im Urlaub erstanden werden. 😉

eine Frau belädt das Auto für eine Reise
Damit alle sicher am Urlaubsort anzukommen, sollte das Auto richtig beladen werden. © iStock.com

Habt ihr doch schweres Gepäck dabei, dann bringt es ganz unten im Kofferraum unter und schiebt es gegen die Rücksitzbank. Schwere Dinge gehören auf keinen Fall in die Dachbox, denn sie würden den Schwerpunkt des Autos ungünstig verändern.

Warndreieck, Verbandskasten und Rettungswesten sollten so verstaut sein, dass man nicht erst das ganze Auto ausräumen muss, wenn man sie braucht.
Auch das zulässige Fahrzeuggewicht muss beachtet werden. Bei den meisten Autos kann man ungefähr 400 kg zuladen; genaue Angaben findet ihr im Fahrzeugschein. Das Gewicht aller Mitfahrer muss man übrigens auch einrechnen, was bedeutet, dass das Limit schnell erreicht ist, falls man mit der ganzen Familie in den Urlaub fährt. Ist das Auto voll beladen, sollte man den Reifendruck erhöhen.

Freie Sicht nach hinten und vernünftige Ladungssicherung sind besonders wichtig, damit das Gepäck keine Gefahr für die Mitreisenden darstellt. Stapelt die Tüten und Taschen nicht zu hoch, damit ihr sehen könnt, was hinter euch vorgeht. Wer keine Lust hat, alle Gepäckstücke mit Spanngurten zu verzurren, der kann auf ein stabiles Hunde- bzw. Gepäckschutzgitter zurückgreifen. Das Gitter verhindert, dass Ladung aus dem Kofferraum bei einem Unfall oder einer Vollbremsung mit voller Wucht auf die Personen im Auto geschleudert wird.

Travall Guard Hundegitter und Travall Divider Laderaumteiler im Kofferraum des Autos
Mit einer Kombination aus Travall® Guard und Divider gibt’s kein Knöllchen und der Hund hat auch genug Platz. © Travall

Wenn eure Kinder in Reboardern sitzen, ist ein Schutzgitter quasi ein Muss, denn Brust und Kopf wären der Ladung sonst schutzlos ausgeliefert. Und natürlich ist das Gitter auch dann eine gute Wahl, wenn ihr Hunde an Bord habt. Wer zusätzlich zu den Vierbeinern Gepäck ins Heck lädt, der kann den Kofferraum mit einen Laderaumteiler unterteilen.

Essen und Getränke vorbereiten

Damit der Verdauungsschlaf nicht hinterm Steuer stattfindet, solltet ihr auf schwere Raststättenkost verzichten. Als gesunde, sättigende Mahlzeit eignen sich belegte Vollkornbrote (die im Sommer in der Kühltasche aufbewahrt werden) und in Sachen Snacks sind Kekse, Muffins, Nüsse und Obst nicht zu überbieten. Weitere Ideen haben wir in diesem Blogpost zusammengestellt. Verzichtet wo es geht auf Schokolade und andere klebrige Snacks. Obst am besten schon vorher schneiden und in einer Kunststoffdose mitnehmen.

Ein Paar sitzt im Auto und der Mann isst während der Fahrt ein Baguette
Das Essen für unterwegs darf nicht zu reichhaltig sein. © iStock.com

Achtet unbedingt darauf, dass ihr während der Fahrt genug trinkt – auch wenn ihr dann vielleicht eine Pause mehr einlegen müsst. Am besten eignen sich Mineralwasser und ungesüßter Tee. Kaffee und Energydrinks halten ihr Wachmach-Versprechen nicht und sorgen wenn überhaupt nur für eine kurzzeitige Erhöhung der Aufmerksamkeit.

Edelstahl-Flaschen sind für unterwegs besser geeignet als Glasflaschen, da sie nicht zerbrechen (Plastik möchten wir nicht empfehlen). Damit die Flaschen bei einem Unfall nicht durch den Wagen fliegen, sollten sie sicher verstaut werden.
Und das Wichtigste ist: Fahrt niemals mit hungrigen oder durstigen Kindern los, denn dann ist Quengeln vorprogrammiert!

Unterhaltung für die Kinder

Musik ist immer gut. Damit man aber nicht stundenlang dem Geschmack einer einzelnen Person ausgeliefert ist, kann man vor Reiseantritt eine gemischte Playlist erstellen. Wenn Kinderlieder, Evergreens und aktuelle Hits abwechselnd laufen, wird es sicher nicht langweilig. Im Inland sorgt ja noch das Radio für Abwechslung, doch spätestens nach der Grenze freut man sich über die eigene Musik anstatt den Radiomoderatoren in der jeweiligen Fremdsprache zu lauschen.

Manche Eltern stellen ihren Nachwuchs mit DVDs im Auto ruhig. Hiervon raten wir allerdings ab, denn die Halterungen der DVD-Player, die man an Rückenlehne oder den Kopfstütze befestigt, können bei einem Unfall oder einer Vollbremsung zu gefährlichen Geschossen werden. Eine sinnvolle Alternative sind Hörbücher, denn sie regen die Fantasie an. Haben die Kinder einen eigenen MP3-Player, sollte man unbedingt darauf achten, dass die Kopfhörer für das Kind geeignet sind und nicht drücken.

Im Auto kann natürlich auch prima gespielt werden. Ratespiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ sind Dauerbrenner und auch Kartenspiele gehen immer. Kauft den Kindern vor der Reise ein neues Quartettspiel! Es gibt übrigens auch Brettspiele im Reiseformat. Die Figürchen haften mit Magneten am Spielbrett oder werden in das Spielbrett gesteckt, damit sie nicht im Fußraum oder unter den Sitzen landen. Weitere Spiele-Ideen für unterwegs gibt’s in einem separaten Beitrag.

Bücher eignen sich nur dann, wenn dem Kind nicht schlecht wird. Insbesondere auf kurvenreichen Strecken fördern die Bewegungen beim Fahren die Reiseübelkeit.

Das Handgepäck

Für alle:

Ausweise bzw. Reisepässe
Krankenkassenkarten und Impfausweise
wichtige Telefonnummern
ggf. Kopie der Reisekrankenversicherung
Kopie der Auto-Reiseversicherungs-Unterlagen
ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, Knabbereien, Obst und Gemüse
Notfallmedikamente, ggf. ein Mittel gegen Reiseübelkeit
Kleingeld
bei längeren Fahrten ein zweites Paar Kleidung, außerdem Pullover oder Jacke
im Sommer: Sonnencreme mit entsprechendem UV-Schutz, Sonnenbrillen, Kopfbedeckung
im Winter: Decken und Heißgetränke
Mülltüten
Desinfektionsmittel, nicht immer ist es sauber auf Rastplätzen

Für Eltern zusätzlich:

ausreichend Proviant, bei Autofahrten mit dem Baby auch Milchpulver und heißes Wasser sowie Babybrei
Bücher, CDs und Hörspiele, das liebste Kuscheltier, Spielzeug
Wechselkleidung
Wickeltasche mit Windeln, Waschlappen und Feuchttücher, Wickelauflage, Creme, Plastiktüten, Schnuller
Spucktüte, Kaugummis, Medikamente, Tücher

Für Hundebesitzer zusätzlich:

EU-Heimtierausweis
Notiz mit Chip-Nummer
Notiz mit Tierarztadresse vor Ort
Erste-Hilfe-Tasche für Hunde, inklusive Reiseapotheke
ausreichend frisches Wasser, z.B. in leeren Cola-Flaschen
Kopie Ihrer Hunde-Haftpflichtversicherung und Schaden-Notfallnummer
Halsband/Geschirr und Leine(n) mit Namensanhänger und internationaler Rufnummer
Kotbeutel
Lieblingskuscheltier für die Fahrt und Spielzeug für die Pausen
Maulkorb, falls dies am Zielort oder in den Transitländern Vorschrift ist
ggf. Medikamente und ein Mittel gegen Reiseübelkeit vom Tierarzt

Frau freut sich auf den Urlaub
Je mehr Vorbereitungen getroffen wurden, desto größer ist die Vorfreude. © iStock.com

Puh, jetzt habt ihr es geschafft! Nicht nur das Auto, sondern auch ihr selbst seid auf die lange Autofahrt bestens vorbereitet und ihr könnt euch nun voll auf die Reise konzentrieren. Wer Teil 1 dieser Serie verpasst hat, der sollte übrigens mal hier vorbeischauen. Ich wünsche euch eine gute Fahrt oder, wie man hier in England sagt, enjoy the journey!